Sechs Tipps vom Experten: Mit Mikrobiom-Matching gesünder leben und leichter abnehmen

Lübeck, 18. Februar 2020 – Was hat das Mikrobiom mit einem blind Date zu tun? Ganz einfach:  Manchmal passt es, aber manchmal auch nicht. Niemand kann pauschal sagen, welches Herz zum Herzen findet. Es ist eben kompliziert. Und vor allem individuell. Auch für unseren Darm kann sich die Suche nach dem perfekten Match langwierig gestalten. Dabei hat er ungewöhnlich viele „Dates“ am Tag. Was ihm da begegnet, möchte er allerdings nicht selten darum bitten, auf ein Wiedersehen zu verzichten: Eine Vielzahl an Lebensmitteln, Snacks und Getränken, teilweise überzuckert und mit Aroma- oder Konservierungsstoffen versetzt, landet tagtäglich in unserem „Superorgan“.

Die kontinuierliche Zufuhr von Nahrung gleicht modernem Speeddating mit den Bewohnern im Verdauungstrakt. Leider ist dieses Darm-Mikrobiom zu höflich, um unpassendem Essen sofort einen Korb zu geben. Darmbakterien & Co dulden ausdauernd, was unser Gaumen ihnen teilweise in großen Mengen zumutet. Sie leiden lange und ausdauernd, machen sich zunächst nur mit Müdigkeit oder Unwohlsein bemerkbar, bis sich nach gewisser Zeit stillen Leidens Krankheiten einstellen.

Was aber ist passendes Essen, oder – um beim Beispiel des Datings zu bleiben – das perfekte Match für’s Mikrobiom? Wann ernähre ich mich so, dass mein Mikrobiom seinen wichtigen Job der Verdauung erledigen kann und so gesund bleibt, dass ich auch gesund bleibe? Prof. Dr. med. Christian Sina, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin an der Universität zu Lübeck, klärt über Hintergründe auf und gibt Empfehlungen.

  • „Liebe geht durch den Darm: Das Mikrobiom wird zu Recht als „zweites Gehirn“ bezeichnet. Hunderte Millionen Nervenzellen steuern nicht nur das komplexe Verdauungssystem, sondern beeinflussen u. a. auch unsere Stimmung. Wir sind also gut beraten, wenn wir mehr auf unser Bauchgefühl hören – beim Essen, beim Daten und überhaupt auch zwischen den Mahlzeiten.“
  • „Nicht jeder mag das gleiche – auch das Mikrobiom nicht: Mit dem Mikrobiom ist es wie mit dem Geschmack, nämlich sehr persönlich. So individuell, wie sich unsere Darmflora zusammensetzt, so individuell verlaufen auch unsere Stoffwechselreaktionen. Pauschale Ernährungsempfehlungen sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Wer in der Ernährung das perfekte Match sucht, kann seinen optimalen Speiseplan nur über individuell angepasste Mahlzeiten finden.“
  • „Der Darm und seine Verbündeten: Noch existieren keine Verfahren für direkte Rückschlüsse von der Zusammensetzung des Mikrobioms auf die personalisierte, „richtige“ Ernährung. Wird sie jedoch mit Lebensstilfaktoren und einer Blutzuckermessung kombiniert, lassen sich individuelle Ernährungs­empfehlungen ableiten – und das wissenschaftlich fundiert. Der Blutzucker­spiegel ist deshalb ein so wichtiger Indikator, weil er nach dem Verzehr der gleichen Lebensmittel bei jedem Menschen unterschiedlich stark ansteigt. Je stabiler er bleibt, umso besser kommen unsere Darmbakterien mit dem Lebensmittel klar. Erwünschter Nebeneffekt: Man bleibt länger satt, weil die Insulinspitze ausbleibt.“
  • „Genau mein Typ: Nach Untersuchungen unseres Instituts in Lübeck gibt es Menschen mit ähnlichen Stoffwechselreaktionen in Abhängigkeit von den Nährstoffen. Diese so genannten Nutritypen halten ihren Blutzuckerspiegel dann stabil, wenn sie Kohlenhydrate entweder mit Fett, mit Eiweiß oder mit beidem kombinieren (=Fett-, Eiweiß- oder Mischtyp). Wenn man also seinen Nutritypen ermittelt hat, kann man sich sehr gut an den enthaltenen Nährwerten orientieren, um Lebensmittel auszuwählen, die einem guttun.“
  • „Altbewährtes, das weiterhin gilt: Für eine blühende Darmflora und generell für unsere Gesundheit sollten wir nach wie vor darauf achten, abwechslungsreich zu essen. Wichtig ist dabei, auf eine ausreichende Ballaststoffmenge und Mikronährstoffe zu achten, die z. B. in Gemüse und Vollkornprodukten enthalten sind. Ebenso sollte die jeweils individuelle Kalorienobergrenze nicht überschritten werden. Mein Tipp: möglichst frisch kochen. Das erhält die Nährstoffe und hilft beim Kaloriensparen.“
  • „Auch mal dem Gaumen vertrauen: Wenn Essen mehr sein darf als nur wohlüberlegte Nahrungsaufnahme, ist das nicht gleich schädlich für den Darm. Also einfach mal mit Freude genießen, sich etwas gönnen, loslassen und nicht ständig über Essensdoktrinen nachdenken. Es ist übrigens gar nicht selten, dass Lebensmittel mit einem ungesunden Ruf bei einzelnen Menschen zu überraschend niedrigen, also guten Blutzuckerreaktionen führen.“

Damit jeder seine personalisierte Ernährung herausfinden kann, wurde basierend auf den Beobachtungen Lübecker Mediziner, das Ernährungsprogramm MillionFriends entwickelt. Durch einen 14-tägigen Blutzuckertest, ein App-Ernährungstagebuch und eine Analyse der Darmbakterien ermittelt das Programm die optimierte persönliche Ernährung, ohne den gewohnten Ernährungsplan auf den Kopf zu stellen. So erreichen die meisten Teilnehmer auch eine nachhaltige Gewichtsregulierung.

Weitere Informationen zum Testverfahren finden Sie unter www.millionfriends.de.

 

Über Prof. Dr. med. Christian Sina

Prof. Dr. med. Christian Sina (Jg. 1976) ist Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin an der Universität zu Lübeck. Als Facharzt für Innere Medizin mit Spezialisierung auf Gastroenterologie und Hepatologie verbindet er dort grundlagenorientierte mit klinischer Forschung. Das Forschungsinteresse des gebürtigen Flensburgers gilt vor allem den Themen metabolische Entzündung, zelluläre Energiehomöostase und personalisierte Ernährung. Gemeinsam mit Dr. med. Torsten Schröder entwickelte Prof. Dr. Sina die Idee für MillionFriends, einem Programm für individuell angepasste und messdatenbasierte Ernährung. Mit seinem Team stellt er die wissenschaftlich fundierte Analyse der Mikrobiome, Ernährungsprotokolle und Blutzuckerdaten sicher.

Über die Perfood GmbH

Das Deep-Tech Start-up Perfood GmbH hat zusammen mit führenden Wissenschaftler*innen MillionFriends, ein alltagstaugliches Programm zur personalisierten Ernährung, entwickelt, mit dem jeder seine individuell optimale Ernährung bestimmen kann. Die Mission der Perfood GmbH ist es, ihren Kund*innen durch individuell angepasste und messdatenbasierte Ernährungsempfehlungen ein gesundes Altern zu ermöglichen. Das Unternehmen wurde von Dominik Burziwoda (CEO), Dr. Dr. Torsten Schröder (Chief Medical Officer), Dr. Christoph Twesten (CTO) und Prof. Dr. Christian Sina im Jahr 2017 an der Universität zu Lübeck, einer der führenden deutschen Life Science Universitäten, gegründet. Das Team besteht aus mehr als 20 Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Medizin, Datenwissenschaft, Ernährung, Computertechnik, Wirtschaft und Design. Perfood arbeitet in wissenschaftlichen Projekten mit führenden multinationalen Unternehmen zusammen. Darüber hinaus kooperieren die Lübecker*innen mit führenden Forschungseinrichtungen, beispielsweise der Universität Hohenheim, der Leibniz-Gemeinschaft und der Helmholtz-Gesellschaft.

www.perfood.de

www.millionfriends.de

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24682001/

Sie haben Fragen oder möchten ein persönliches Interview führen? Dann wen- den Sie sich bitte an:

Ulrike Voß
E-Mail: [email protected]
Tel.: +49 (0)172 590 55 50

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